Wir ziehen einen Kubrick ab...

… und drehen mal wieder viel zu viel: noch einen weiteren Tag für den TRÄUME AUS KRISTALL-Teaser. Wir sind noch nicht wirklich zufrieden, da sich das Script jetzt doch düsterer gestaltet, als angenommen, und drehen Montag noch ein 4. Mal. Auch dazu gibt’s bestimmt wieder ein entlarvendes Video.

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Ben Bernschneider
Ja, ich will!!!

Endlich ist es soweit. Jetzt kann gar nichts mehr schief gehen.
”Ideen sind alles. Du willst einen Spielfilm machen? Alles, was du brauchst, sind 70 Ideen. Schreib sie alle hintereinander und du hast deinen Spielfilm!”

Ben Bernschneider
MAKING OF-Bilder

Ein paar Bilder vom Teaser-Dreh, noch hinterher.

Ben Bernschneider
Status - TRÄUME AUS KRISTALL

A) 3 von 36 Szenen sind überarbeitet! In meiner Bestrebung das Script auf mehr Düsterlichkeit und Unbehagen, sowie Umsetzbarkeit zu trimmen, ernährt sich das Kaninchen mühsam aber stetig. Ich bin jetzt schon gespannt, wie lange wir daran drehen werden.

B) Ab heute beginnt die Farbkorrektur. Ich bin mit dem Schnitt durch, 2WEI Music sitzt an der Musik und am Montag beginnt Ingo mit der Colour Correction! Große Freude!

Ben Bernschneider
TALES- & THE END OF AN AMERICAN SUMMER-AKTION

Liebes BAM BAM CLUB-Mitglied,
da in letzter Zeit alle stets die komplette Trilogie haben wollen, aber weitaus mehr Bücher des zweiten Bands RETURN OF AN AMERICAN SUMMER vergriffen sind, hau ich jetzt einmal für kurze Zeit eine unschlagbare Aktion raus, um die Bücher auf den gleichen Stand zu bringen:
50% auf TALES- und THE END OF AN AMERICAN SUMMER!!!

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Bis bald im Club!
Ben

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Ben Bernschneider
Warum ich das schlechteste Script aller Zeiten geschrieben habe:

Ich möchte euch mal erzählen wie ich mit Scriptversionen arbeite und das in meinen Augen dümmste Script der Welt geschrieben habe: Ein normales Script zu schreiben, in dem Menschen normal und alltäglich reden und alltägliche Dinge tun, ist nicht einfach. Kein gutes Script schreibt sich einfach so. Da fließt eine Menge Lebenserfahrung, Ideen, Vorlieben und vielleicht Genie (nicht in meinem Fall) rein. All das muss erarbeitet und ausgequetscht und diese Schraube ständig angezogen werden. Es ist nicht einfach, aber zumindest kann man sich einigermaßen schnell da reindenken und Stück für Stück das Ding runterschreiben. Nun, in meinem Falle gibt es eine Idee, die keineswegs normal erzählt werden will. Ich brauche teilweise krude szenische Ideen, bei denen man sich fragt "wer hat sich diese Scheiße bloß ausgedacht?!?", um eine einigermaßen simple und nachvollziehbare Story zu erzählen.

Um also die Basis zu schaffen – meine nackte Story – schreib ich als allererstes das Script und die Dialoge so, als würde sie ein Kind runterrattern. Das liest sich so dermaßen unangenehm und fremdschämend, aber es ist eine gute Methode um einzuschätzen wie lang das ganze ungefähr wird und ob die Story alleine, trotz beschissener Dialoge, mich weiterlesen lässt. Diese allererste Version darf ich nur Menschen zeigen, bei denen ich mir sicher sein kann, dass sie nicht sofort von diesem Projekt abspringen. Niemandem, der denken könnte, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank und würde nur seine Zeit verschwenden. Nun halte ich diese Version in der Hand. Abgesehen von den schlechten Dialogen sind die Settings und Locations auch so, als würde Geld keine Rolle spielen. Damit der Kern der Geschichte keine Steine in den Weg gelegt bekommt. Diese Steine lege ich jetzt im ersten Schritt selbst und helfe der Story darüber zu steigen, indem ich kreativ werde und aus der Not eine Tugend mache: auf Machbarkeit simplifizieren, aber dass es so aussieht, als sei es nie anders gewollt gewesen. In dieser Not entspringen manchmal die verrücktesten Ideen, die in diesem Falle das ganze sehr Lynchesque machen könnten, was ja hier ausdrücklich erwünscht ist. Ich melde mich nochmal, wenn ich die nächste Fassung in den Händen halte.

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Ben Bernschneider
Bens Anfänger-Tipp: Begreife Foto und Film als KUNST.

Oder: Verlasse deine visuelle und auditive Komfort-Zone!

In meinem analogen Kurs rede ich lang und breit über analog vs digital und darüber, warum und wann es Sinn macht, auf Film zu shooten. Das Medium Fotografie kann ja rein deskriptiv genutzt werden, um etwas zu zeigen: Madonna scheißt in den Nachbarsgarten.
Um diese Information zu überliefern, reicht ein digitales Foto. Klaro! Sogar ein ziemlich mieses Handyfoto würde reichen, um zu zeigen, worauf es ankommt: Madonna hockt bei Steven Spielberg im Garten und kackt für zwei. In dem Moment, wo es nicht mehr darauf ankommt, eine reine Information zu vermitteln, die egal von wem fotografiert, das gleiche transportiert, wird es spannend. Wenn jemand eine GEFÜHL vermitteln will, das jeweilige Medium nutzt, um eine EIGENE SPRACHE ZU SPRECHEN. Denn eine Foto kann ja mehr, als nur etwas zeigen, dass alle gleich verstehen. Das Bespiel mit Madonna bietet ja nicht viel Interpretationsspielraum.
Ein unscharfes Foto, mit hellen und dunklen Bereichen, einer schemenhaften Figur, gibt dem Betrachter die Möglichkeit, verschiedene Dinge zu sehen und zu FÜHLEN. Manche haben das Gefühl, die schemenhafte Figur sei traurig, manche empfinden sie als bedrohlich, manche sehen überhaupt keine Figur.

Ein Gast fragt auf einer Vernissage den Kurator: “Sagen Sie mal, was ist eigentlich Kunst? Was macht sie aus?” Und der Kurator sagt. “So lange das Bild mich etwas fühlen lässt, sei es Freude, Verwunderung oder auch Abscheu oder komplettes Unverständnis – ist es Kunst. Auch wenn ich mich darüber aufrege, dass dies jetzt Kunst sein soll. So lange es mich etwas fühlen lässt. Wenn es mich komplett kalt lässt, kann ich es auch von der Wand nehmen.”

Man muss Kunst, egal in welcher Form, nicht zwangsläufig verstehen. Und viel wichtiger: sie muss nicht unseren Erwartung an die Realität entsprechen. Das unterstreichen ja Surrealisten mit ihrer Arbeit. Picasso konnte als Kind schon unfassbar real und plastisch zeichnen. Und doch entscheidet sich der Mann die Nase am Hinterkopf und noch ein drittes Bein dazu zu malen. Weil Gefühle nicht an unsere gut verdauliche, einfach zu verstehende Realität gekoppelt sind.

Nehmen wir mal David Lynch. Für viele, wie auch mich, ein Meisterregisseur und Storyteller. Wie viele Menschen habe ich letztes Jahr schreien und stöhnen hören, als die 3. Staffel TWIN PEAKS erschienen ist. Von “der will uns doch komplett verarschen” bis “das macht alles keinen Sinn” habe ich unzählige Male in meiner Facebook-Timeline lesen müssen. Dabei war es in Wahrheit (meiner Wahrheit) das Ereignis des Jahres. Das Beste überhaupt. Die einzige Serie, die dir den Kopf zerbrochen hat und man noch drei Tage später drüber grübeln musste. Natürlich ganz anders, als jede sonstige Weißbrot-Serie, die bei Netflix und Co. läuft und bei der man nicht sonderlich nach- und mitdenken muss.
David Lynch, der das Medium Film als Kunst versteht, kann einem die Augen für so etwas öffnen.

Jan Schlüter hat es hier ganz schön in Worte gefasst: HIER LESEN!
Und für diejenigen, die es bis heute nicht verstanden haben, eine ganz gute Erklärung: HIER LESEN!

Mein Tipp: guckt ab und zu mal in Serien und Filme wie TWIN PEAKS, MULLHOLLAND DRIVE, LOST HIGHWAY und Co. rein, um nicht zu vergessen, dass es um mehr gehen kann, als nur eine scheißende Madonna.

Die meisten von uns (Nazis, Tierquäler und andere Arschlöcher ausgenommen) wollen emphatisch leben, in einem Leben voller Gefühle, von wunderbar bis ganz schlecht (damit man die guten zu schätzen weiß), nur wird diese Talfahrt der Gefühle selten genutzt, wenn es um den Konsum von Popkultur geht. Geht ruhig mal öfters dahin, wo es weh tut. Stoßt die Tür auf!

<3 Ben

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Ben Bernschneider
Dave Hill - DON'T HATE KATE

Der liebe Andre Duhme hat mal wieder was vergessenes, wunderbares aus dem Keller des Netzes gezaubert, dass ich jetzt hier mal stibitzen muss! Um es kurz zu machen: Dave Hill hat ein kleines Projekt namens DON’T HATE KATE filmisch festgehalten. Und mit diesem Projekt schlug er vor zwei Jahre schon genau in meine Kerbe. Teens, Horror, Midtown Americana und das ganze auf 35mm. Und auf Kodak GOLD, was sowieso die meisten Assoziationen mit Urlaubs- und Skaterbildern aus den 80/90ern in Erinnerung ruft.
Guckt mal rein! Bockt!

Ben Bernschneider
2WEI Music ist mit an Bord.

Da der Teaser zu TRÄUME AUS KRISTALL nicht IRGENDWAS werden soll, kann man auch nicht mit IRGENDWEM an dem Score für unser Serien-Baby arbeiten. Wir freuen uns, unter Freudentränen, extrem darüber, dass die Meister von 2WEI Music, Simon und Christian, mit an Bord sind und genauso viel Leidenschaft für das Projekt mitbringen wie wir. Das wird der Hammer.
Wer die Jungs von 2WEI Music noch nicht kennen sollte, sollte unter seinem Stein hervorkriechen und sich schleunigst mal ein Bild machen. Ihre legendären Scores & Cover für Mammut-Projekte wie den TOMB RAIDER-Trailer, HELLBOY, WONDER WOMAN, TOLKIEN, GHOST IN THE SHELL sind neben der Musik-Produktion von geschätzten 2 Milliarden TV-Spots in aller Munde.

Nichts als Liebe für die Boyz!

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Ben Bernschneider
Aus dem Kurzfilm wird ein Pilot (Träume aus Kristall)

Nach langem hin- und her in meinem Kopf und der Tatsache, dass der "Kurzfilm" mit einem harten Cliffhanger endet und mir sowieso eher vorschwebt, den Szenen länger Zeit zu geben, nehmen wir uns schlussendlich vor, einen Serienpiloten zu produzieren. 25-30 Minuten. Stand heute.

Ben Bernschneider
Bens Anfänger-Tipp: Für das Model ist dein Bildschirm nicht existent

Lieber Fotograf, wenn das Model, mit dem du arbeitest, ständig auf deinen Bildschirm gucken will, dann pack deine Sachen und geh’ nach Hause.

TFP-Shootings, oder wie auch immer man das heutzutage nennt, bei dem sich Fotograf und Model zum Fotografieren treffen und beide nicht mehr, als geile Bilder tauschen, sollten vor allem auf einer Sache basieren: R-E-S-P-E-K-T! (und auch eine gute Portion Bewunderung)
Wenn du als Fotograf das Model nicht absolut umwerfend findest, und du, als Model nicht mit diesem Fotografen arbeitest, weil du seine Bilder MEGA findest, dann macht das ganze keinen Sinn.

Der Arbeitstag eines Fotografen kostet Geld. Irgendwas zwischen 200 und 4.500 Euro. Der eines Models ebenfalls. Wenn beide, obwohl kein Geld fließt, nicht ständig ehrfürchtig daran denken und die Kunst des jeweiligen anderen respektieren, dann ist das Scheiße.

Aber: Du als Fotograf bist im TFP-Fall nicht von diesem Model engagiert und hast nicht dafür zu sorgen, dass das Model so aussieht, wie sie es gerne hätte. Das suggeriert aber ein ständiges Glotzen auf den Bildschirm und Kontrollieren der Bilder. DU bist der Künstler HINTER der Kamera und trägst die komplette Verantwortung für dein Shooting. Das Model muss darauf vertrauen, dass es DEINE Bildsprache trägt, so wie DU es für richtig hältst. Denn nur aus diesem Grund hat das Model eingewilligt, mit dir zu arbeiten. Andersherum: Du trägst auch die Verantwortung dafür, dein Model verdammt gut aussehen zu lassen. Wenn das Model kein Bild mit nach Hause nehmen kann, dann ist das ganz große Kacke und das Model wird wahrscheinlich nie wieder mit dir Arbeiten.

Natürlich könnt ihr gemeinsam auf den blöden Screen starren, um Ideen zu erläutern, aber du bist nicht ihr Instagram-Husband!

Nochwas: Abgesehen davon, dass du dein Model auf Händen tragen solltest (Achtung: nicht wortwörtlich. Finger weg!), solltest du alles dafür tun, dass sie sich wohl fühlt und in ihrem Element sein kann. Sei nicht geizig (zwei Taxifahrten bringen dich nicht um), sei charmant, halt die Türen auf, zeig ihr, dass du dir kein anderes Model lieber wünschen würdest und versuche zu fühlen, wobei das Model sich unwohl fühlt und wobei nicht.

Ich sage immer: meine Modelle können mich auf Lebenszeit nachts anrufen, damit ich sie vom Flughafen abhole oder ihnen ein Nutella-Brot schmiere. Denn Zusammenarbeit auf Augenhöhe macht mich glücklich und ewig dankbar.
Und das sollte bei Euch ähnlich sein.

Ben Bernschneider